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Mineralstoffe sind Baustoffe des Lebens

Die für jeden Organismus lebensnotwendigen anorganischen Stoffe sind die Mineralstoffe. Sie werden in ihrer Gesamtheit in Mengen und Spurenelemente unterteilt. Diese Trennung bedeutet keine funktionelle Differenzierung, sondern ergibt sich aus der Höhe ihrer Konzentration im Organismus.

Zu den Mengenelementen zählen Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlor.

Zu den Spurenelementen zählen Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Jod und Selen. Auch Fluor, Molybdän, Chrom, Nickel und Silizium zählen zu den Spurenelemente.

Die benötigten Mengen sind jedoch so gering, dass eine spezifische Zufuhr dieser Stoffe über die Nahrung als gewährleistet angesehen werden kann. Für den Organismus von Hund und Katze nehmen selbstverständlich die Mineralstoffe Kalzium und Phosphor eine bedeutende Rolle bei einer artgerechten Hunde- und Katzennahrung ein.

Kalzium ist für den Aufbau der Knochen und für die Bildung der Zahnsubstanz notwendig. Blutgerinnung und Erregbarkeit von Nerven und Muskeln sind kalziumabhängige Prozesse. Weiterhin dient Kalzium zur Aktivierung von Enzymen. Die Kalziumaufnahme wird durch das Vitamin D begünstigt. Wenn Hund und Katze zu wenig Kalzium angeboten bekommen, bauen sie ihre Reserven in den Knochen ab. Dies führt zu einer Entkalkung des Skelettsystemes. Die Knochen werden porös und leicht brüchig.

Bei Hundewelpen und Katzenjungen verursacht Kalziummangel rachitische Erkrankungen.

Auf Grund umfangreicher Untersuchungen kommt Prof. Dr. H. Meyer zu dem Ergebnis, dass der Organismus des Hundes rund 10 - 15 g Kalzium pro Kilogramm Lebendmasse enthält. Davon liegen 98% im Skelett vor.

Der Mineralstoff Phosphor (5- 8 g pro Kilogramm Lebendmasse) ist zu 80% ebenfalls im Skelett deponiert. Diese Verteilung deutet auf die wichtige Funktion der beiden Mineralstoffe für die Stabilität und Funktion des Knochengerüstes hin.

Weiterhin spielt Phosphor bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen eine unentbehrliche Rolle, so u. a. bei der Bildung von energiereichen Phosphaten, beim Transport der Fette und insbesondere bei der Zellvermehrung.

Aus den von Prof. Dr. H. Meyer aufgestellten Versorgungsempfehlungen ist abzuleiten, dass ein Kalzium-Phosphor- Verhältnis von 1,3-2 zu 1 in der Heimtiernahrung eingehalten werden sollte.

Bei einer artgerechten und gesunden Heimtierernährung verdient die ausreichende Kalzium- Versorgung weitaus größere Beachtung, da Phosphor vor allem im Fleisch, in Innereien und Getreide in ausreichender Form vorhanden ist. Wie beim Kalzium kann sich ein Überschuß an Phosphor ungünstig auf die Skelettentwicklung und die Gesundheit der Tiere auswirken. Ein Überschuß an Getreide- Phosphor (Phytin) beeinträchtigt die Absorption (Aufnahme) von Kalzium, eventuell auch die von Magnesium oder Eisen. Überhöhte Mengen von Phosphor in der Nahrung müssen über die Niere ausgeschieden werden. Erhöhte Phosphorkonzentrationen im Harn können für die Bildung von Harnstein ursächlich sein. Magnesium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff für Hund und Katze. Magnesium aktiviert Enzyme, ist wichtig für die Stabilität der Zellmembranen und reguliert die körpereigene Proteinsynthese. Magnesium ist an allen Stoffwechselreaktionen der Kohlenhydrate, Fette und Proteine beteiligt, wie auch am Aufbau der Knochen und Sehnen und mitverantwortlich für die Muskel und Nervenreizbarkeit. Eine Unterversorgung von Hund und Katze mit Magnesium führt vor allem bei wachsenden Tieren zu geringer Futteraufnahme und Gewichtsentwicklung, Geringe Gewichtsentwicklung Muskelschwäche und Bewegungsstörungen. Eine Überdosierung mit Magnesium kann zu Durchfall sowie zu einer Beeinträchtigung der Kalzium-Phosphor-Verwertung führen.

Natrium reguliert den Wasserbestand im Organismus, hat weiterhin eine Bedeutung für die Funktion der Zellwände und ist für die Aufnahme von Zucker und Aminosäuren notwendig. Außerdem beeinflußt Natrium auch die Muskelreizbarkeit. Ein Mangel an Natrium äußert sich in Apathie, Schwäche und Absinken des Blutdruckes, vermutlich leidet auch die Empfindlichkeit der Geruchsorgane. Überhöhte Natriumaufnahme und eine nicht ausreichende Wasserversorgung kann zu schweren neurologischen Erscheinungen (Krämpfen) führen. Der Mineralstoff Kalium reguliert den Zellinnendruck und sorgt für ein Säuren-Basen-Gleichgewicht. Kalium ist auch für die Aktivität zahlreicher Enzyme wichtig und kommt in Verdauungssäften vor. Eine ungenügende Kaliumversorgung führt zu tiefgreifenden Störungen im Organismus. Ein Kaliummangel kann zu Herzmuskelschäden bis hin zu teilweisem Absterben von Zellen führen, sichtbar äußert er sich in Muskelerschlaffung und Appetitlosigkeit. Auch die Spurenelemente, die nur in geringen Mengen im Organismus vorkommen, haben wichtige Funktionen im gesamten Organismus.

So wird Eisen zur Bildung des Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt, der den lebensnotwendigen Sauerstoff befördert. Körpereigene Abwehr Kupfer dient zum Aufbau von körpereigenen Abwehrstoffen und der roten Blutkörperchen. Mangan soll die Verwertung von Vitamin B1 im Körper steigern. Auch die Wirkung von Vitamin A soll von Mangan abhängig sein.

Kobalt ist für die Bildung des Vitamins B12 zuständig, das teilweise von Darmbakterien produziert wird. An den Stoffwechselvorgängen der Kohlenhydrate, Eiweißverbindungen und Fette ist Kobalt ebenfalls beteiligt. Abschließend kann festgestellt werden, dass Mineralstoffe als Mengen- und Spurenelemente für den Aufbau von Knochen und anderen Geweben benötigt werden. Außerdem sorgen sie für die richtigen Druckverhältnisse in den Körperflüssigkeiten, aktivieren wichtige Stoffwechselvorgänge und sind für die Arbeitsfähigkeit der Muskeln und Nerven überaus wichtig.

Eine artgerechte und gesunde Hunde- und Katzenernährung muß diesem Anspruch im vollen Umfang gerecht werden.