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die Macht des Wassers

Wasser ist der mengenmäßig wichtigste Bestandteil des Organismus von Mensch und Tier. Ohne Wasser kann der Mensch nur 3 bis 4 Tage überleben, ohne feste Nahrung dagegen wesentlich länger.

 50 % bis 70 % des Körpergewichtes von Hund und Katze bestehen aus Wasser. Wasser ist zum einen für die Lösung der Nahrungskomponenten im Verdauungskanal sowie als Transportmittel für die Nährstoffe aus dem Darmtrakt über die Blutbahnen zu den Organen und Geweben unentbehrlich.

Die Bedeutung des Wassers liegt weiterhin in seiner Funktion als Zellbaustein. Innerhalb der Zellen ist der Hauptanteil der Körperflüssigkeit gebunden. Nur wenn genügend Wasser in den Zellen vorhanden ist, können die notwendigen Reaktionen ablaufen.

Außerhalb der Zellen unterscheidet man zwei Bereiche von Körperflüssigkeit – zum einen das Blutplasma, zum anderen die Gewebsflüssigkeit. Die Gewebsflüssigkeit versorgt die einzelnen Zellen mit Nährstoffen und sorgt für den Abtransport der Abbauprodukte. Zwischen den Wasserbereichen im Organismus findet ein ständiger Austausch statt. Dieser Austausch sorgt auch für die Ausscheidung von harnpflichtigen Stoffen über die Nieren.

Zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen ist eine bestimmte Menge Wasser für den Organismus wichtig. Wie beim Menschen erfolgt bei Hund und Katze die Wasserregulation über das Durstzentrum im Zwischenhirn. Von dort ausgehende Signale (Hormone) steuern zusammen mit der Niere das Durstgefühl. Dieses entsteht, wenn der tierische Organismus mehr als etwa 0,5 % seines Körpergewichtes durch Urin, Kot, Atemluft und durch die Verdunstung (Schwitzen) an Wasser verliert. Durchfall und Erbrechen sowie starke Verdunstung nach körperlichen Belastungen sind mit größeren Wasserverlusten verbunden, so dass dadurch der Wasserbedarf ansteigen kann.

Die Höhe des Trinkwasserbedarfs ergibt sich aus der Wasserbilanz, d. h. aus der Differenz zwischen den Wasserverlusten einerseits und der über die Nahrung aufgenommenen Feuchtigkeit andererseits. Da die Macht des Wassers für den gesamten tierischen Organismus eine derartig dominierende Rolle spielt, sollten Hund und Katze stets Wasser zur freien Verfügung haben. Die Tiere können ihre Trinkwassermenge selbständig auf ein bestimmtes Maß einstellen. Hunde und Katzen nehmen das Wasser unabhängig von der Tageszeit, meistens jedoch nach dem Fressen auf. Die spontane Wasseraufnahme wird durch die Verdunstungsverluste nach körperlichen Belastungen oder bei hohen Umgebungstemperaturen beeinflußt. Die Tiere können Wassermangel weitaus schlechter vertragen als Futtermangel.

Bei Wassermangel versucht der tierische Organismus durch Senkung des Harnvolumens das Defizit zu kompensieren. Das wiederum kann zu schweren Nierenerkrankungen führen. Der Tierhalter hat deshalb dafür zu sorgen, dass für seinen vierbeinigen Hausgenossen immer frisches Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.