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kalte Zeiten

Eisige Zeiten - kalte Pfoten
Schnee und Eis machen nicht nur den Menschen zu schaffen, auch Hund und Katze brauchen zusätzliche intensive Pflege, um die kalten Monate ohne gesundheitliche Schäden zu überstehen. Die vierbeinigen Mitbewohner freuen sich wie kleine Kinder zwar riesig über den Schnee und wälzen sich genüsslich darin, aber das tierische Vergnügen hat auch seine Schattenseiten.

Text: Bärbel Jost




Obwohl viele Gemeinden inzwischen die Verwendung von Streusalz in Wohngebieten verbieten – nicht den Tieren, sondern der Vegetation zuliebe – darf überall dort, wo öffentliche Verkehrsmittel unterwegs sind, sowie auf innerstädtischen Fußwegen vielerorts noch Salz gestreut werden. Aber auch die Alternativen wie Rollsplitt und Auftau-Chemikalien sind für die empfindlichen Hundepfoten geradezu mörderisch. Hundepfoten passen sich zwar relativ gut den unterschiedlichen Wetterbedingungen an: ihre Krallen wirken wie Spikes, die für eine gute Bodenhaftung sorgen. Doch für das Laufen auf Salz und Splitt sind die Pfoten nicht eingerichtet. Der scharfkantige Splitt kann die Ballen verletzen und das Salz kann in die rissige Haut eindringen – und das führt leicht zu Entzündungen und offenen Stellen. Sie bereiten dem Hund bei jedem Schritt Schmerzen.

Pfotenpflege: Wer gut schmiert …

Solchen Wunden und Entzündungen kann man durch das Auftragen von Vaseline, Hirschtalg oder Melkfett vor dem Spaziergang oder Gassi gehen vorbeugen. Und es ist beileibe nicht für die Katz, wenn nach jedem noch so kurzem Aufenthalt im Freien oder nach den Wanderungen durch Wald und Flur die Hundepfoten kontrolliert und mit lauwarmem Wasser oder Eichenrindentee abgespült und gut abgetrocknet werden. In akuten Fällen hilft auch ein Kamillefußbad. Für äußerst empfindliche Hunde sind nach Ansicht der Tierärzte gegebenenfalls auch Hundeschuhe aus Leder oder einem weichen Spezialstoff empfehlenswert. Das schützt die angegriffenen Pfoten und macht deshalb aus dem Jack-Russell-Terrier „Idefix“ noch lange keinen gestiefelten Kater.
Die Katzenpfoten einer Wohnungskatze kommen im Winter kaum mit Streusalz, Splitt oder Auftau-Chemikalien in Berührung, aber bei Katzen, die das ganze Jahr über im Garten oder sogar in Feld und Wiese ihren Auslauf haben, sollten die Pfoten bei Minusgraden kontrolliert werden, denn harscher Schnee kann auch bei ihnen zu Reizungen und kleinen, schmerzhaften Verletzungen an Beinen und Pfoten führen.

… dem nichts Übles widerfährt

Doch es wartet auf die schneeverliebten Tiere noch ein weiteres Problem, vom dem besonders langhaarige Hunde und Katzen im Winter betroffen sind. Im Fell und zwischen den Zehen sowie an den Beinen haftet der Schnee besonders gut und vereist zu dicken, oft auch steinharten Klumpen. Dem ist dadurch vorzubeugen, dass rechtzeitig zu Beginn der kalten Jahreszeit die Haare etwas gekürzt und die Haare zwischen dem Zehen- und Ballenbereich herausgeschnitten werden. Trotzdem sollten die Schneeklumpen bei längerem Aufenthalt im Freien oder bei Wandertouren von Zeit zu Zeit entfernt werden, damit es nicht zu Scheuerstellen am Unterbauch und zu feinen Rissen in der Ballenhornhaut kommt.



 

Schneefressen tut nicht gut

Hunde und Katzen haben Schnee im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern. Doch ist gerade das eine Hauptursache für Erkrankungen in der kalten Jahreszeit. Viele Hunde toben nicht nur gern im Schnee, sie fressen ihn auch gerne. Das kann unangenehme Folgen haben, denn größere Mengen davon können Magen- und Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall zur Folge haben. Tipp: Hunden, die besonders gern Schnee fressen, sollte man prophylaktisch regelmäßig ein Darmregulans verabreichen. Der Magen-Darmtrakt ist dann besser gegen die Auswirkungen der eiskalten Mahlzeit gewappnet. Sollte jedoch die Reaktion auf einen zu großen Genuss der weißen Pracht erkennbar sein, helfen manchmal bereits als erste Maßnahmen ein 24-stündiges striktes Fasten und die Verabreichung von verdünntem lauwarmen schwarzen Tee bzw. Kamillentee.



Manchmal muss ein Mantel sein

Menschen ziehen bei sinkenden Temperaturen wärmende Kleidung an. Hunde benötigen generell keine zusätzliche Kleidung, denn in der Regel sind sie nicht sonderlich kälteempfi ndlich. Je nach Rasse verfügen sie über ein mehr oder weniger ausgeprägtes Winterfell. Außerdem besitzt ihre Haut eine Fettschicht als Schutzmantel. Um diese Isolationsschicht intakt zu halten, sollte der Hund im Winter nicht zu oft gebadet werden. Auch das Haarkleid der Katze bietet ausreichend Schutz gegen winterliche Temperaturen. Trockene Kälte ist für die Tiere dank ihres maßgeschneiderten Pelzmantels grundsätzlich kein Problem, bei feuchter Kälte ist jedoch Vorsicht geboten, denn wenn das Fell zu lange durchgenässt ist, können sich die Tiere erkälten. Deshalb sollten sie nach dem Aufenthalt im Freien immer sorgfältig abgetrocknet und mit einer wärmenden Decke versorgt werden. Kommt ein Hund im Winter mit einem Mäntelchen daher, wird das meist belächelt. Und oft wird dieser Körperschutz bei extremer Kälte als reiner Modegag abgetan. Diese Schutzbekleidung ist aber sinnvoll für kleine Hunde, die schnell auskühlen, oder Hunde, die fast ausschließlich in der Wohnung gehalten werden und kaum abgehärtet sind. Dieser Kälteschutz ist absolut zu empfehlen bei Hunden, die gerade geschoren wurden oder krank, geschwächt und alt sind. Hierbei sollte jedoch vor allem auf die Funktionalität geachtet werden. Strickmodelle oder Hundedecken mit Lammfelleinlagen bieten sich deshalb als besonders geeignet an, da sie angenehm zu tragen sind und den Körper der Tiere nicht abschnüren. Auch werden sie vom Vierbeiner nicht zu sehr als Fremdkörper empfunden.



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