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Gift für Bello und Mieze 1

Was Haustiere nicht fressen dürfen:

Gift für Bello und Mieze

Ob Kakao, Likör oder Zwiebeln – in großen Mengen gefuttert, können sie Hunde wie Katzen das Leben kosten Das gehört nicht in seinen Fressnapf.

Die Diagnose konnte man riechen: "Der Igel hatte eine Fahne", erinnert sich Professor Josef Kamphues, Leiter des Instituts für Tierernährung der Universität Hannover. Für das Tier kam jede Hilfe zu spät, es starb an einer Überdosis süßem Likör. Eine Flasche davon war neben einem Altglas-Container zu Bruch gegangen.

Tierische Vergiftungen sind für Kamphues keine Seltenheit. "Meist stecken Unfälle dahinter, wenn wir Hunde oder Katzen mit Vergiftungserscheinungen behandeln müssen." Dann hat beispielsweise Hasso in Abwesenheit seines Herrchens eine ganze Riege Schokoladen-Osterhasen verputzt. Nicht selten enden solche Naschereien tödlich.

"Was dem Menschen gut bekommt, vertragen Haustiere noch lange nicht", warnt der Tierarzt aus Hannover.

"Ihr Stoffwechsel arbeitet anders, bestimmte Substanzen sind für ihren Organismus reines Gift."

Bestes Beispiel: Schokolade.

Die tödliche Gefahr lauert für Haustiere im Kakao, besonders viel davon findet sich in Zartbitterschokolade und Kuvertüre.

"Kakao enthält den für Menschen ungefährlichen Wirkstoff Theobromin, der Hunde wie Katzen vergiften kann", erklärt Kamphues. Bei 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegt laut Kamphues die tödliche Dosis dieses Wirkstoffs. Für einen Dackel heißt das: Vier bis fünf Tafeln Milchschokolade können ihn töten. Natürlich verfüttert das kein verantwortungsbewusster Tierbesitzer, gibt Kamphues zu, "aber ein Tier kann diese Menge unbeaufsichtigt fressen".

Manchmal stecken auch Kinder hinter dem tierischen Versehen: Sie wollen ihren vierbeinigen Liebling verwöhnen oder veranstalten mit ihm ein Wettessen. Senioren, die Haustiere besitzen, sollten ihre Enkelkinder darauf aufmerksam machen, dass solch ein vermeintlicher Schabernack schlimm enden kann. Hundehalter sollten außerdem Schokolade nie in erreichbarer Nähe eines Haustiers lagern. Die gleiche Warnung sprechen Experten auch für koffeinhaltige Lebensmittel aus, etwa für in Schokolade gehüllte Kaffeebohnen oder Eiskaffee. Mehrere Tassen des schwarzen Muntermachers können einem Haustier den Garaus machen. Lecker, aber gefährlich heißt es auch für zuckerfreie Süßigkeiten mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit. Wer damit Hund oder Katze zum Naschen verführt, provoziert einen tödlichen Abfall des Blutzuckerspiegels – 100 Gramm Bonbons reichen dafür aus.

Senioren Ratgeber / GesundheitPro; 19.05.2008