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Rezepte aus der Hausapotheke Teil 1

Geheimrezepte aus Großmutters Hausapotheke
Wieso reagiert mein Hund so aggressiv auf vorbeifahrende Autos und Fahrräder? Warum sieht er bei vorbeilaufenden Artgenossen und kleinen Kindern immer Rot? Die britische Hundeliebhaberin und Autorin Linda Adam steht seit Jahren in Zeitschriften und Hörfunksendungen ihren Lesern und Hörern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es sich um Themen rund um den Hund handelt. Ihre Fan-Gemeinde wurde zur Mitarbeit animiert und sandte ihr zahlreiche Hinweise, Tipps, Empfehlungen und Rezepte ein. So entstand im Laufe der Zeit ein umfangreicher Fundus volkstümlichen Wissens rund um die Hundehaltung und -pflege. Ältere und erfahrene Tierhalter erzählten von den Methoden, mit denen sie viele Jahre lang ihre Tiere behandelt hatten - besonders in Kriegzeiten, als Geld und Medikamente Mangelware waren - oder von "Allheilmitteln", die zum Teil von Generation zu Generation weitergereicht worden sind. Diese Hausrezepte aus Großmutters Zeiten wurden von ihr mit durchschlagendem Erfolg an ihren eigenen Hunden ausprobiert, getestet und in ihrem Buch "Was Großmutter noch über Hunde wusste..." (Kynos Verlag) zusammengefasst.

Text: Ingrid Edelbacher




In unserer vierteiligen Serie werden wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die interessantesten der alt überlieferten Hausmittel und Rezepte zur Hundehaltung und -pflege vorstellen.

Ganz gleich, wie sorgsam sich der Hundehalter um seine Tiere kümmert, früher oder später fängt sich jeder Vierbeiner ein kleineres oder auch größeres Wehwehchen ein und diese lassen sich, wenigstens teilweise, mit altbewährten Hausmitteln kurieren. Großmutters Tipps und Tricks können jedoch bei ernsthaften Beschwerden nicht den Besuch beim Tierarzt ersetzen.

Augenentzündungen
Wenn die Umgebung der Augen entzündet oder rot gerändert ist: Ein Teelöffel Olivenöl in einer Tasse kalten schwarzen Tee gut verrühren. Wattebausche darin tränken und die betroffenen Stellen sanft abtupfen. Durch diese Behandlung wird die Haut geschmeidiger und Haare können wieder nachwachsen. Als Soforthilfe kann auch ein gebrauchter kalter Teebeutel dienen, den man dem Vierbeiner sanft auf die Augen drückt.

Übelkeit beim Autofahren
Ein 1 cm langes Stück Ingwer schälen und in eine Teetasse raspeln, mit heißem Wasser überbrühen, zudecken und 5 Minuten ziehen lassen. Den Aufguss abseihen und dem Hund eine viertel Tasse der Mischung eine Stunde vor Beginn der Autofahrt zu trinken geben. Das Rezept hilft übrigens auch Menschen bei Reisekrankheit.

Wenn der Hund den Ingweraufguss verweigert, kann man es mit einem kleinen, aus Mehl und Wasser geformten Bällchen versuchen. Dem Hund eine halbe Stunde vor der Abfahrt geben. Das ist schmackhaft und saugt überflüssigen Speichel auf. Zusätzlich kann man einen Strauß frischer Petersilie in die Transportbox geben - der Duft wirkt ebenfalls gegen Übelkeit.


 

Baden im Winter
Besonders nach Winterspaziergängen sind Hunde oft so nass und schmutzig, dass sie gebadet werden müssen. Hier ein paar Tipps, wie man die Prozedur angenehmer gestalten kann. Für Hunde mit einem trockenen, schuppigen Fell hilft ein Tonikum aus frischem Rosmarin und reinem Apfelsaft (Rosmarin eine halbe Stunde lang in Apfelsaft einweichen), das man als erste Spülung nach dem Baden etwa 10 Minuten einwirken lässt und es dann mit klarem Wasser ausspült. Wenn der Hund graue Haare hat, helfen frische Salbeiblätter, die man einige Minuten lang in einem halben Liter warmem Wasser ziehen lässt. Diese Mischung wirkt wie eine Haarspülung. Bei regelmäßiger Anwendung gehen die grauen Haare zurück. Wenn das Fell des Hundes sich nach dem Baden leicht statisch auflädt, fügt man dem verwendeten Shampoo einfach einen Teelöffel Natronpulver dazu und das Problem ist gelöst.

Nasse Hundedecken
Gerade im Winter werden Hundedecken leicht feucht und beginnen zu riechen. Das kann dem Tier schaden, denn feuchte Unterlagen sind eine ideale Brutstätte für Keime aller Art. Deshalb beim Waschen der Decken dem normalen Waschpulver eine viertel Tasse Essig hinzufügen. Er verhindert die Bildung von Pilzen und wirkt keimtötend. Gerüche in Hundedecken lassen sich zuverlässig mit Natronpulver beseitigen. Reichlich davon auf die Decke streuen, über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag waschen. Nach dem Waschen ist der Geruch verschwunden.

Wunde Pfoten
Das Streusalz im Winter kann Hundepfoten gehörig zusetzen. Dagegen hilft ein Pfotenbad in warmem Wasser (ohne Seife). Anschließend jede Pfote eine Minute lang in einer Essiglösung (ein Teil Essig zu zwei Teilen Wasser) baden. Die Pfoten von selbst trocknen lassen. Leidet der Hund unter juckenden Pfoten, empfiehlt sich Aloe Vera Saft direkt von der Pflanze (haben viele als Blumenstock zu Hause). Alternativ kann man auch Aloe Vera Gel verwenden. Außerdem: Eine wöchentliche Behandlung mit Zinksalbe hält die Pfoten gesund.

Blähungen
Sie entstehen meist durch zu hastiges Fressen, wobei sich Gase bilden, die den Magen anschwellen lassen. Blähungen sind schmerzhaft und können auch gefährlich werden. Erziehen Sie Ihren Hund zum langsameren Fressen, indem Sie ihm öfter kleine Futterportionen geben. Hilfreich ist auch eine kleine Portion Naturjoghurt nach jeder Mahlzeit - die übermäßige Entwicklung schädlicher Gase wird dadurch gehemmt.


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