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Hausapotheke 1

So renkt sich der Magen wieder ein

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Ein verlockender Duft am Laternenpfahl, eine Wurst­semmel am Gartenzaun oder ein Stück Pizza auf dem Gehweg – so ein Spaziergang ist für Hunde ganz schön aufregend. Weil Hunde immer der Nase nach gehen, kommen sie an diesen Verlockungen kaum vorbei, sie müssen einfach schnüffeln und davon kosten. Und genau das kann bei ihnen furchtbar auf den Magen schlagen. Die logischen Folgen: Erbrechen und Durchfall. Damit sich der Magen des Vierbeiners schnell wieder einrenkt, können natürliche Stoffe und Heilpflanzen helfen. 

Text: Ingrid Edelbacher
Natürliche Mittel können helfen, den Hundemagen wieder zu beruhigen
Fotos: schanz foto-design (2)

Mit „Pfui“ oder „Nein“ ist es meist nicht möglich, dass der Hund die verheißungsvollen Aromen beim Gassigehen ignoriert. Denn mit diesen Verboten wird die Gier auf Essbares am Wegesrand erst recht geschürt. Zumal der Hund den Geruch viel früher wahrnimmt als sein menschlicher Begleiter – und ehe dieser die Leine straffen kann, ist das Stück der Begierde auch schon verdrückt. Der Vierbeiner kann nicht mit Gewalt vom Naschen am Verbotenen abgehalten werden, sondern nur mit konsequentem Training. Um ihm das Fressen außer Haus abzugewöhnen, braucht er ein lohnendes Gegengeschäft. Dazu empfiehlt es sich, beim nächsten Spaziergang einige kleine, hundegerechte Leckerbissen mitzunehmen. Sobald der Hund etwas Essbares entdeckt, ruft man ihn zu sich, bietet ihm eines der Leckerlis an und lobt ihn für sein vorbildliches Verhalten. Damit lernt er, dass es bei Frauchen oder Herrchen wohlschmeckendere Dinge gibt als jene von der Straße. So wird erreicht, dass das Tier erst gar nicht durch verdorbene Lebensmittel erkrankt.

Wenn etwas in den Magen kommt, was da nicht hingehört
Durchfall und Erbrechen sind beim Hund meistens harmlos. Sie sind Selbstreinigungsmechanismen, die den Körper des Hundes von Giftstoffen befreien. Dies kann auch verdorbene Nahrung sein, weil dadurch etwas in den Magen gelangt, was da nicht hingehört. Ist es aber doch passiert und der Vierbeiner hat sich den Magen verdorben, können Hausmittel Erste Hilfe bieten.

Bei Erbrechen und Durchfall ist wie beim Menschen Kamillentee die beste Wahl. Er wirkt beruhigend, krampflösend und antientzündlich. Ebenso ist verdünnter schwarzer Tee hilfreich, um dadurch den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Weiterhin haben sich spezielle Kräutermischungen aus Fenchel, Pfefferminze sowie Kamille und Löwenzahn, die dem Futter beigegeben werden, bewährt. Es kann aber auch ein Tee aus diesen Zutaten zubereitet werden. Wenn es im Magen grimmt, können dem Hund warme Wickel auf dem Bauch guttun. Dazu eignen sich warme Heublumensäckchen, aber auch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen. 

Da der Magen und Darmbereich Parasiten, Viren, Bakterien oder Pilzen eine große Angriffsfläche bietet, kann es von Vorteil sein, dem Hund zusätzlich ein natürliches Darmregulans zu verabreichen. Es hemmt die Vermehrung schädlicher Keime, stabilisiert die Darmflora und wirkt bei ernährungsbedingten und infektiösen Durchfällen. Natürlich bietet das Darmregulans auch eine wirksame Prophylaxe vor der Aufnahme von verdorbenen Speiseresten am Wegesrand.
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Foto: fotolia

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Die Leckerlis von Frauchen sind eindeutig besser“
Foto: schanz foto-design

ERSTE HILFE BEI 
DURCHFALL UND ERBRECHEN


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Foto: fotolia

Tee: 
Bei Erbrechen und Durchfall ist wie beim Menschen Kamillentee die beste Wahl. Er wirkt beruhigend, krampflösend und antientzündlich. Geben Sie Kamille aber nur Hunden, die sie auch freiwillig aufnehmen, um keinen Schaden anzurichten.

Kräuter: 
Mischen Sie je einen halben Teelöffel Fenchel und Pfefferminze sowie einen Teelöffel Kamille und Löwenzahn dem Futter bei. Oder stellen Sie einen Tee aus diesen Kräutern her. Auch Salbeitee hilft bei Entzündungen aller Art.

Wickel: 
Warme bis heiße Wickel auf den Bauch tun dem Hund gut. Dazu eignen sich warme Heublumensäckchen, aber auch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen. Ein warmer Apfelessig-Wickel ist ebenso hilfreich. Dabei Apfelessig und Wasser in einem Verhältnis von 1:1 mischen und warm auflegen.

Apfelessig: 
Bei Durchfall geben Sie einen Teelöffel Apfelessig auf einen halben Liter Trinkwasser des Hundes. Er hilft beim Ausscheiden von Giftstoffen und wirkt entzündungshemmend.

Apfel: 
Reiben Sie einen rohen Apfel mit Schale ins Futter. Lassen Sie den Brei stehen, bis er sich bräunlich verfärbt. Die Pektine im Apfel binden die Giftstoffe im Darm.

Joghurt und Honig: 
Mischen Sie einen Esslöffel Naturjoghurt mit einem Teelöffel Honig und bieten sie die Mischung mehrmals täglich an (für kleine Hunde weniger). Auch reiner Joghurt und Kefir helfen bei Durchfall. 

Kohletabletten: 
Sie binden Giftstoffe und wirken auch bei Vierbeinern. Geben Sie vier bis sechs Kohletabletten über den Tag verteilt. Seien Sie nicht zu großzügig, damit aus dem Durchfall keine Verstopfung wird.

Gewürz: 
für Junghunde gegen Übelkeit beim Autofahren: Raspeln Sie ein etwa 2 cm langes Stück Ingwer und geben Sie ihn in eine Tasse. Mit kochendem Wasser überbrühen, abdecken und acht bis zehn Minuten ziehen lassen. Reichen Sie dem Hund etwa eine Viertel Tasse eine Stunde vor Beginn der Autofahrt.