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Hausapotheke 4

Haut und Fell – Spiegel der Gesundheit

Tasten Sie die Haut beim Bürsten gut ab
Foto: schanz foto-design
Gemäß der volkstümlichen Redensart „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“ mussten sich die Menschen früher in Ermangelung anderer Möglichkeiten intensiv mit der Wirkung von Naturstoffen aus ihrem unmittelbaren Umfeld befassen. Daraus ist im Laufe der Zeit ein ganzer Strauß wohltuender und heilsamer Kräuter und Essenzen geworden. Diese haben sich als Hausmittel bewährt und sind durch ihre natürliche Wirkung besonders tierfreundlich und gut verträglich. Außerdem kostet Altbewährtes nicht viel und ist einfach anzuwenden.

Text: Ingrid Edelbacher

Wie beim Menschen ist auch bei Hund und Katze die Haut das größte Organ des Körpers. Sie schützt den Organismus vor schädlichen Umwelteinflüssen und dem Eindringen von Krankheitskeimen. Das dichte Haarkleid sorgt für einen Schutz der Haut und für die Wärmeregulation. 

Hauterkrankungen, Juckreiz oder Ekzeme kommen bei Vierbeinern relativ häufig vor. Und gerade, weil die Haut auf viele Einflüsse reagiert, sind Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes oft an seiner Haut- und Fellbeschaffenheit zu erkennen. Die Heilpraktikerin Heike Achner empfiehlt, die Haut beim Bürsten gut abzutasten. „Krusten und Pusteln lassen sich leicht erfühlen“, schreibt sie in ihrem Buch „Hausapotheke für Hunde“, erschienen im Kosmos-Verlag. Verliert der Hund mehr Haare als üblich, kann das verschiedene Ursachen haben. So lassen sich durch das Kämmen mit einem Flohkamm über angefeuchtetem weißen Haushaltspapier Flöhe und Milben gut feststellen. Kahle Stellen, manchmal kreisrund, an deren Ränder sich die Haare gut ausziehen lassen, deuten auf einen Hautpilz hin.

Manche Hunderassen sind besonders anfällig für bestimmte Krankheiten. Das nennt man Rassendisposition. Kurzhaarige Hunde scheinen eher an Hauterkrankungen zu leiden als langhaarige, weißhaarige wiederum eher als dunkelhaarige.

Wenn Hunde unter Juckreiz leiden, sich ständig kratzen, scheuern, lecken oder beißen, steckt meist eine Allergie oder Parasitenbefall dahinter. Symptome sind rote Haut, Hautabschürfungen mit abgebrochenen Haaren, Haarverlust und ein durch Speichel verfärbtes Haarkleid. 

Natürlich muss die Grunderkrankung geklärt und behandelt werden. Dennoch gibt es ein paar Mittel, die den Juckreiz mildern. Ständiges Kratzen verstärkt die Reizung. Und die gilt es erstmals zu unterbrechen. Allein die Zuwendung, die der Hund durch liebevolle Behandlung erfährt, kann helfen, den akuten Juckreiz etwas einzudämmen.
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Wenn Hunde unter Juckreiz leiden, steckt meist eine Allergie oder Parasitenbefall dahinter
Foto: fotolia


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Die Gesundheit ist an seinem Fell zu erkennen
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Erste Hilfe für die Haut

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Apfelessig: 
Geben Sie Apfelessig auf ein Tuch und reiben Sie entweder die einzelnen Stellen oder den ganzen Körper des Tieres mit Essig ab. Dieses Mittel kann regelmäßig für die Fellpflege angewendet werden. Apfelessig nimmt Staub auf und gibt dem Fell Glanz. Den Kopf aussparen.

Brottrunk: 
Der trübe Saft besteht aus Roggen, Weizen und Hafer. Das daraus gebackene Brot wird mit Brunnenwasser versetzt und einem speziellen Gärungs- und Fermentierungsverfahren ausgesetzt. 

Reiben Sie Ihren Hund damit ein. Wenn er die Flüssigkeit ableckt, tut er sich noch etwas Gutes. Der Saft regt den Stoffwechsel an. 

Getreide wirkt beruhigend auf die Haut. Weizenkleie kann als Badezusatz gegen Juckreiz verwendet werden. Oder Haferflocken. Dazu ein Pfund Haferflocken in ein Säckchen oder einen alten Nylonstrumpf geben, in einem Eimer mit lauwarmem Wasser einweichen, dann den Hund gründlich mit der Lösung abwaschen. Anschließend sollte das Fell an der Luft trocknen.

Kräuter: 
Retterspitz ist für kleinere juckende Stellen gut geeignet. So auch Lavendel und Kampfer, die als Salben angewendet werden. Ebenso wirksam ist Aloe Vera. Das Gel oder den frisch ausgedrückten Saft aus der Pflanze auftragen.

Wickel: 
Umschläge mit Malve, Kamille oder Ackerschachtelhalm beruhigen. Dazu wird je ein Esslöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrüht, zehn Minuten ziehen gelassen und abgeseiht. Danach ein Tuch mit dem Sud tränken und auf die Haut legen. Achtung: Manche Hunde reagieren allergisch auf Kamille.

Wenn es ganz schnell gehen soll: Kalte, trockene Wickel aus dem Kühlschrank sind zur örtlichen Anwendung geeignet. Ebenso wie Joghurt oder Quark: Bestreichen Sie ein Tuch mit kühlem Joghurt oder Quark und legen Sie es auf die juckende Stelle.

Naturshampoo: 
Zusätze von Lavendel, Ringelblume, Aloe Vera oder Kamille beruhigen die Haut.

Salben: 
Oftmals ist es günstiger Salben nur bei chronischen Prozessen anzuwenden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Salbe den mit Bakterien besiedelten Ort der Erkrankung zukleistert und das Problem dadurch vergrößert wird. 

Sollten die Hausmittel keine Wirkung zeigen, empfiehlt sich die Konsultation eines Tierheilpraktikers oder Tierarztes. Es könnte sich auch um einen hartnäckigen Hautpilz, Akne oder einen Nesselausschlag handeln.