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Heilsames aus dem Kräutergarten Teil 1

Heilsames aus dem Kräutergarten


Sanfte Medizin tut auch Hunden und Katzen gut. Gegen allerlei Leiden ist ein passendes Kraut gewachsen. Wie Tierhalter altbewährte Heilmethoden richtig anwenden können, darüber wird das Kräuter-ABC in den nächsten vier Ausgaben Auskunft geben.

Text: Ingrid Edelbacher

  
Kräutergarten
Folge 1


Die Verwendung von Heil- und Gewürzpflanzen zur Behandlung von Erkrankungen und Unterstützung von Heilungsprozessen stellt die älteste bekannte Therapieform überhaupt dar. Im neuen Buch „Heilpflanzenkunde für Tierärzte“ (Springer-Verlag) ist das ganze Pflanzenalphabet zu finden. Vieles, was Pflanzenkundige ohnehin wissen, wird darin bestätigt. Es bestärkt Tierfreunde darin, dass es gut ist, das eine oder andere Kräutlein gegen Beschwerden des Vierbeiners einzusetzen.

Anis gegen Krämpfe

Die einjährige Pflanze wächst hauptsächlich im Gartenland und in Weinbergen. In verschiedenen Erdteilen wird Anis als Öl- und Arzneipflanze angebaut. Die Anisfrüchte (besonders deren Öl) helfen bei Krämpfen im Magen-Darm-Trakt und dienen zur Anregung der Fresslust und zur Förderung der Verdauung.

Die Pflanze blüht in unseren Breiten zwischen Juni und August. Für eine Anwendung empfiehlt es sich, auf Anisfrüchte in Pulverform aus Apotheke oder Reformhaus zurückzugreifen und den Tieren mit dem Futter zu verabreichen. Tagesdosis: 0,5 bis 2 Gramm bei Hunden. Erhältlich sind auch fertige Anispräparate, die neben Anisöl auch Fenchel-, Kümmel-, Leinsamen- und Zimtöl enthalten und bei Blähungen und Magen-Darm-Trakt-Störungen empfohlen werden können.


Artischocke für die Leber

Verwendet werden Artischockenblätter, bestehend aus den frischen oder getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblättern der Pflanze. Die Pflanze soll ursprünglich in Äthiopien beheimatet gewesen sein. Ihre Heilwirkung war schon den Römern bekannt, geriet dann aber in Vergessenheit. Sie wurde erst wieder im 15. Jahrhundert kultiviert. In Europa wird die Pflanze, von der zahlreiche Zuchtsorten existieren, hauptsächlich in Italien, Spanien und Rumänien angebaut.

Die Artischocke, die auch cholesterinsenkend wirkt, enthält zahlreiche Säuren und Bitterstoffe, die sich positiv auf Leber und Gallenblase auswirken. Hunde, die unter solchen Störungen leiden, können durch einen Aufguss Linderung erhalten. Von dem Aufguss (1:10) dem Vierbeiner ein- bis zweimal täglich einen Teelöffel verabreichen.


Kamille – natürliches Antibiotikum

Verwendet werden die Blüten, bestehend aus den frischen oder getrockneten Blütenköpfchen der Pflanze. Die echte Kamille blüht zwischen Mai und September und ist reich an ätherischen Ölen und Flavonoiden, die eine wundheilungsfördernde Wirkung haben. Man verwendet Kamille äußerlich bei Haut- und Schleimhautentzündungen, ebenso wie für Spülungen bei Entzündungen des Zahnfleisches.

 



Außerdem wirkt Kamillentee lindernd bei entzündlichen oder krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, da der Tee krampflösend, entzündungshemmend und beruhigend ist.

Bei der Anwendung der Kamille sollte beachtet werden, dass die Inhaltsstoffe durch die Art der Zubereitung beeinflusst werden. Das ätherische Öl ist nur in Destillaten und alkoholischen Zubereitungen in ausreichender Konzentration vorhanden. Die Flavonoide dagegen sind auch in der wässrigen Zubereitung, also im Kamillentee enthalten. Das ätherische Öl der Kamille hat nicht nur wundheilende Wirkung, sondern auch bakterien- und pilztötende Eigenschaften – ein natürliches Antibiotikum. Die Dosierung des Kamillenextraktes wird bei Hunden mit 1 bis 3 Gramm, bei Katzen mit 0,5 bis 1 Gramm als durchschnittliche Dosis pro Anwendung angegeben.

 
 Ende