Drucken

Heilsames aus dem Kräutergarten Teil 2

Heilsames aus dem Kräutergarten


Sanfte Medizin tut auch Hunden und Katzen gut. Gegen viele kleine Leiden ist ein passendes Kraut gewachsen. Wie Tierhalter altbewährte Heilmethoden richtig anwenden können, darüber soll auch die 2. Folge der 4-teiligen Serie des Kräuter-ABC’s Auskunft geben.

Text: Ingrid Edelbacher

  
Kräutergarten
Folge 2


Tausendgüldenkraut
für die Verdauung


Das Tausendgüldenkraut kann in den Sommermonaten gesammelt werden, seine Blütezeit ist im Juli und August. Das 2-jährige Kraut hat einen 10 - 40 cm hohen, vierkantigen Stängel, der sich oben verzweigt. Die röhrig wachsenden Blüten sind rosarot. Das Tausendgüldenkraut wächst in fast in allen Teilen der Welt – auf Grasplätzen und steinigen Böden, in Gebüschen und auf Wiesen. Zu medizinischen Zwecken werden die oberirdischen Teile der Pflanze verwendet, meist geschnitten und getrocknet. Das Kraut beinhaltet bitter schmeckende Substanzen, die die Speichel- und Magensaftsekretion anregen und die Verdauung fördern. Dadurch ist es sehr gut bei Appetitlosigkeit des Vierbeiners geeignet, um seine Fresslust wieder anzukurbeln. Vorsicht: Die Anwendung von Tausendgüldenkraut ist ungeeignet bei Magen-Darmgeschwüren.

Anwendung: Aus dem Kraut (gibt es auch in Apotheken) wird ein Aufguss (1:10) bereitet. Die mittlere Tagesdosis beträgt bei Katzen 0,2 bis 1?g, bei Hunden 0,5 bis 2?g.


Königskerze
gegen Husten


Die Königskerze blüht von Juni bis August, verwendet werden ihre getrockneten Blüten, die leicht honigartig riechen und süßlich im Geschmack sind. Die 2-jährig wachsende, 50 – 200 cm hohe Pflanze hat einen wollig behaarten, aufrechten Stängel, der sich im Bereich der Blüten verzweigt. Die Königskerze bevorzugt trockene Grasplätze, sandige und steinige Hänge, aber sie wächst auch in lichten Gebüschen, an Wegrändern und Mauern. Sie ist in Europa ebenso heimisch wie in Kleinasien und Nordafrika.

Die Blüten enthalten Schleimstoffe, Saponine (lat. Sapo = Seife) und Flavonoide (natürliche Pflanzenfarbstoffe), die den Hustenreiz bei Katarrhen mildern und das Lösen des Schleims fördern. Zudem werden ihnen schweißtreibende und antivirale Wirkungen zugeschrieben – und stellen damit ein natürliches Grippemittel für Hunde dar. Anwendungsgebiete: Katarrhe der oberen Atemwege und trockener Husten. Die zerkleinerten getrockneten Blüten werden für Aufgüsse (1:10) verwendet, mittlere Tagesdosis für Hunde 4 – 10 g. In der Volksheilkunde wendet man die Blüten auch äußerlich als Umschläge an, um die Wundheilung zu unterstützen.


Lavendel für die Nerven

Unverwechselbar ist der farbenprächtige Lavendel, den Pflanzenliebhaber gerne in ihrem Kräutergärten ziehen. Es handelt sich um einen 20 - 60 cm hohen Halbstrauch, der unten verholzt ist. Die Pflanze blüht im Juli und August in herrlichem Lila. Sie fühlt sich auf trockenen, kalkhaltigen Böden wie Trockenrasen oder Mauern wohl und ist im Mittelmeergebiet heimisch.

 



Aus den Blüten des angebauten Lavendels wird ätherisches Öl gewonnen, das für kosmetische Zwecke oder als Heilmittel verwendet wird. Das Öl wirkt beruhigend, fördert den Schlaf und verlängert dessen Dauer. Der Tee aus den getrockneten Blüten wirkt krampflösend und ebenfalls beruhigend. Zudem hat er eine positive Wirkung auf nervöse Magen- oder Darmbeschwerden des Vierbeiners. Anwendung: 3 Teelöffel fein zerriebene Blüten mit 2 Tassen heißem Wasser übergießen, nach zehn Minuten durch ein Sieb gießen. Die abgekühlte Flüssigkeit wird Hunden im Verlauf eines Tages in mehreren Gaben verabreicht.

 
 Ende