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Heilsames aus dem Kräutergarten Teil 4

Heilsames aus dem Kräutergarten


Sanfte Medizin tut auch unseren Haustieren gut. Gegen Entzündungen und Verkühlungen, wie sie gerade im Winter auftreten, ist ein Kraut gewachsen. Wie Tierhalter altbewährte Heilmethoden richtig anwenden können, verrät das Kräuter-ABC.

Text: Ingrid Edelbacher

  
Kräutergarten
Folge 4


Bärentraube gegen Blasenentzündung

Die echte Bärentraube ist ein immergrüner 30 bis 100 Zentimeter hoher Strauch, der teppichartig verzweigt den Boden bedeckt. Die Blätter sind oval, mit kurzen Stielen und am Rand flaumig behaart. Die Pflanze blüht zwischen März und Juli mit Trauben an den Zweigenden. Die glockenartigen Kronblätter sind weiß, die Frucht ist eine rote Beere. Die Bärentraube kommt vorwiegend in lichten Kiefernwäldern, auf nährstoffarmen, eher flachen Böden vor. Die Bärentraube ist eine von der klassischen Medizin anerkannte Heilpflanze. Verwendet werden die getrockneten Bärentraubenblätter. Sie enthalten Phenolglucoside, Flavonoide und Gerbstoffe - alles Wirkstoffe, die bei Entzündungen der Harnwege und der Blase helfen. Zur innerlichen Anwendung werden die Blätter in Form von Pulver oder durch Abkochung (1:10) verabreicht. Die mittlere Tagesdosis für einen Hund sind 2 bis 4 Gramm, für eine Katze 1 bis 2 Gramm. Aber Vorsicht: Bärentraubenblätter-Zubereitungen dürfen nicht über einen längeren Zeitraum verabreicht werden, da sie sich – wie bei allen wirksamen Mitteln - gesundheitsschädlich auswirken können.


Eibisch gegen Husten

Der echte Eibisch ist eine 60 bis 150 Zentimeter hohe Staude. Die Blätter sind länglich, oval, am Rand gezackt und bärtig behaart. Die Pflanze blüht zwischen Juli und September in Lila, Zartrosa, manchmal trägt sie auch weiße Blüten. Der Eibisch gedeiht an Wiesen, Ufern und auf feuchten Böden. Eibisch enthält in Wurzel und Blättern Schleimstoffe und in den Blättern zusätzlich ätherisches Öl. Diese Inhaltsstoffe wirken reizlindernd und entzündungshemmend. Der Eibisch wird bei Erkrankungen von Hals und Rachen als Tee verwendet. Er eignet sich auch bei Tieren gut zur Linderung von Reizhusten sowie bei Bronchialkatarrhen. Der Tee wird im Verhältnis 1:10 bis 1:30 2 bis 3 Mal täglich verabreicht. Häufig wird aus den gepulverten Wurzeln mit Wasser ein Brei bereitet, der durch eine Mullbinde abgeseiht wird. Dieser Auszug kann an das Tier mehrmals täglich gegeben werden (Tagesdosis Hund 0,2 bis 5 g - Katze 0,2 bis 3 g).


Holunder gegen Grippe

Der Schwarze Holunder, auch Fliederbeere genannt, ist ein 3 bis 7 Meter hoher Strauch oder kleiner Baum. Die Rinde ist hell mit dunkelbraunen Korkwarzen. Der Holunder blüht von Mai bis Juli, cremeweiß in doldenartigen Rispen. Als Früchte hängen kugelige, schwarze Beeren an den Rispen. Der Holunder gedeiht in Gärten und kommt in der Natur an Waldrändern, Lichtungen und in Gebüschen vor. Man verwendet zum einen die angenehm duftenden Blüten. Sie enthalten ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Zu Tee verarbeitet, dienen sie als schweißtreibendes Heilmittel bei fieberhaften Erkältungen, zudem wirkt der Tee harntreibend. Die vitaminreichen Früchte wirken in rohem Zustand abführend und können Übelkeit hervorrufen. Deshalb sind sie mit Vorsicht zu genießen. Sie werden als gekochter Saft oder als Mus genutzt. In der Tiermedizin werden Holunderblüten und Holunderbeeren in Form eines Aufgusses (1:10) angewendet. Die mittlere Tagesdosis für Hunde beträgt 2 bis 7, für Katzen 1 bis 5 Gramm.

 


 
 Ende